Gedanken zum Weltfrauentag 2018…


Die alte Regel, du kannst nicht Alles haben, gilt halt nach wie vor. Auch wenn die Politik und die Gesellschaft einen was anderes vormachen.
Warum haben wir Akademikerinnen also immer weniger Kinder?

Die Voraussetzung für ein Kind ist ein Partner. Bei der Partnerwahl gibt es aber einen erheblichen Unterschied zwischen studierten Männern und Frauen. Akademikerinnen wollen einen Partner, der mindestens die gleiche Bildungsstufe erreicht hat. Bevorzugt wird jedoch ein Mann mit höherem Abschluss. Damit ist die Auswahl der möglichen Partner sehr begrenzt. Die Akademikerinnen wollen moderne und fortschrittliche Personen sein, fallen bei der Partnerwahl aber wieder in die veralteten Rollenbilder. Akademiker wollen eine Partnerin. Der Abschluss ist unwichtig. Da reicht die Auswahl der Partnerin dann von der ungelernten Hilfskraft bis zur hochstudierten Akademikerin. Davon gibt es sehr viele. Ein Akademiker kann modern und fortschrittlich sein, aber bei der Partnerwahl sind veraltete Rollenbilder kein Nachteil.

Und weiters  fällt die Entscheidung für ein Kind immer noch überwiegend in der traditionellen Konstellation Vater, Mutter, Kind. Und ich gehe auch davon aus, dass die Zukunft als Alleinerziehende(r) auch nicht geplant ist. Dann überlegt man sich als Paar, ob und wie man die finanzielle Verantwortung für eine Familie tragen kann. Und dann kommen die prekären Arbeitsverhältnisse ins Spiel. Früher war es gang und gäbe, Jahre und Jahrzehnte lang bei der gleichen Firma zu arbeiten. Aber das hat sich alles gewandelt.
Wie soll ein Paar sich bewusst für Nachwuchs entscheiden, wenn vielleicht morgen die Arbeitslosigkeit vor der Tür steht. Diese finanzielle Unsicherheit mit Verantwortung für seine Familie und somit auch erforderliche Planbarkeit für einen längeren Zeitraum lässt sehr große Existenzängste aufkommen.
Mir bedeutet der Weltfrauentag diesmal, dass der Fokus auf ein Thema gesetzt wird, von dem viel zu viele Menschen denken, es sei erledigt. Doch solange wir noch immer keine völlige Gleichberechtigung und Gleichbehandlung erreicht haben, dürfen wir das Thema nicht zu den Akten legen…

Kommentare

  1. Sabrina Elke3/08/2018

    Emanzipation heißt eben auch, sich bewusst für ein Kind und gegen die Karriere und den wirtschaftlichen Druck zu entscheiden. Vielleicht sind unsere jungen Frauen doch nicht so emanzipiert, sondern eifern einem falschen Rollenbild (Karrierfrau) hinterher?

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  2. Wir brauchen diesen Tag um schreiben zu können, dass Frauen und Männer, die durch Familienarbeit einen unterbrochenen Karriereverlauf haben mit 55 bei Arbeitslosigkeit sehr oft in Altersarmut hineingezwungen werden.

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  3. ビッグテキスト

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