Berlin ist mittlerweile gähnend langweilig geworden und wird zunehmend öder und öder.Langweiliges Sex-Event im "neuen" Kunsttempel am Rosa-Luxemburg-Platz.

Berlin ist auch künstlerisch weg vom Fenster, genauso wie die Verbrecher die ungehindert aus den Berliner Strafanstalten ausbrechen können. 
Als Top-Performance angepriesen, als völlig desolates und schwachsinniges Event dargeboten.  
Red Pieces heißt die ca. 5stündige Chose, hat drei  Programmblöcke mit zwei Performances im Großen Haus, diversen Filmvorführungen im Sternfoyer oder Roten Salon und einem sog. Late-Night-Vortrag unterm Motto The Permeable Stage; ja und man kann sie auch  vorzeitig auch ruhig wieder verlassen - schon beim zweiten jener zwei performten Stücke waren dann nur noch zwei Drittel Saalsitze besetzt, wiewohl das anwesende "neue" Volk am Rosa-Luxemburg-Platz, hätte sich wer (aus akuter Langeweile) je die Zeit und Muße für Ab-Zählungen genommen, einen gleichsam transparenten sprich durch-/überschaubaren Gesamteindruck unaufgeregter Weise hinterließ.
Beim einstündigen to come (extended) sieht man eine halbe Stunde lang 15 vollständig in Türkisblau eingefrommsten PerformerInnen zu, wie sie diverse Sex-Praktiken in und aus der Gruppe skulptural und in sehr schönen und auch witzig anzusehenden Akt-Positionen nachvollziehen. Eine stilisierte Sex-Orgie, wie sie gewiss auch in der Tate Modern in London vorzeigbar gewesen wäre; hübsch-steril gemacht. Die zweite halbe Stunde bringt uns dann (hochendlich!!) die zuvor in den türkisblauen Ganzkörperfrommsern eingezwängt gewes'nen MENSCHEN fröhlich, leicht und splitternackt zum Vorschein. Erst mal imitieren sie ein paar Minuten Gruppen-Sex- und Lustschreie und -laute (vor, während und nach entsprechenden Erregungsszuständen), um danach schließlich in ein ausuferndes Naked Dance mit stimmiger und aufheizender Big-Band-Music aus den munter'n Sechzigern oder davor oder danach überzuleiten - und da sprang der Funke tatsächlich auch allersinnlichst über, und da rasteten dann auch die Zuschauenden hinterher so richtig aus; zurecht!!

Die Solo-Performance 21 pornographies setzte sich dann fifty-fifty aus 'nem sich akustisch unentwegt-unendlich hinziehenden Monologgebaren (auf Englisch) inkl. körperlicher Individualsprach-Gesten zusammen. Ingvartsen konstruierte eine Art von dramaturgischer Grundsituation, in der es solche "handelnden" Personen wie z.B. einen Präsidenten, einen Bischof, einen General, eine Dame in Schwarz, ein Mädchen in Weiß, eine Frau am Klavier u.v.a. gegeben haben sollte; ja und mit und zwischen diesen Leuten sollte halt dann Sexuelles, und in jeder auch nur denkbar möglichen Spiel- oder Abart, "durchgehandelt" sein. Ganz nebenbei konnte dann die Akteurin nicht ihr Wasser halten und tat selbstbewusst auf off'ner Bühne urinieren. Das Brutal-Finale tat sich mir dann im direkten Kontext zum berüchtigten Folterskandal von Abu Ghraib (2004) erschließen; Ingvartsen, mit einem schwarzen Sack überm Gesicht, kreiselt sich da, eine brennende Leuchtstoffröre über sich erhebend, in die Trance - sah aus, als wenn da wer wo aufgehängt sein würde und ein anderer ihn fortwährend quasi am Haken drehte. Deprimierend.

Kommentare

  1. Performboy1/07/2018

    Berlin WAR in den 70zigern die große Stadt der Künstler. Sogar US Künstler zog es nach Berlin. David Bowie, Iggy Pop, Dave Gahan, begannen diese Stadt zu prägen. Heute ist nur noch Schrott und Gewalt in Berlin.

    AntwortenLöschen
  2. Die in Berlin kriegen auch nichts gebacken. Man kann nur noch den Kopf schütteln über so viel Schwachsinn und Unfähigkeit.

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen